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Windows 10 – ‚Nach Hause telefonieren‘

Eine ‚kleine‘ Entscheidungshilfe für Unentschlossene

Es ist immer wieder zu hören und auch bei Facebook zu Lesen, dass Windows 10 zu viel ‚Nach Hause telefoniert‘ sprich Daten der Nutzer an Microsoft übermittelt werden.

Aus diesem Grund sind viele verunsichert und wollen nicht auf das neue System umsteigen.

Daher möchte ich die Gelegenheit nutzen, und einige der Punkte mal aus der Sicht des IT-Profis erklären.

Zunächst muss man einmal einige Unterscheidungen treffen.

Es gibt Funktionen, die Daten an Microsoft senden, die auch im Interesse jedes Windows Nutzers sind.

Das machen auch andere Programme, mehr oder weniger direkt. Auch Ges 2014 würde ohne Feedback heute nicht so funktionieren, wie es das tut.

Allerdings gibt es auch Daten, die ich selbst nicht weitergeben möchte.
Nicht weil ich glaube das es Daten sind die zu viel über mich mitteilen. Dies tue ich schon alleine dadurch, dass ich bei Facebook, Google+ oder anderen sozialen Netzen ein Konto habe.

Nein, das ich nicht der Grund. Mich persönlich stört dabei nur, dass ich einer weiteren Stelle anbiete, mir ,auf mich abgestimmte Informationen‘ (eine schöne Umschreibung für Werbung) anzubieten.

Dies ist aber nicht eine von Microsoft erfundene Möglichkeit Werbung an den Mann zu bringen.

Nein, das haben andere schon viel früher gemacht.

Der Unterschied zu diesen ist nur, das Microsoft mich darüber informiert, und mir die Möglichkeit gibt es abzuschalten.
(Die anderen behalten dies lieber für sich, machen es aber auch.)

Doch nun erst mal zu den ‚nützlichen‘ Infos, die ich nach Hause schicken lasse.

Wenn man bedenkt, dass es kein Programm gibt, das von vornherein fehlerfrei ist; dann wird man schon im eigenen Interesse verstehen, das der Programmierer wissen möchte wo seine Fehler versteckt sind. Deshalb wird auch gerne von ‚Bananensoftware‘ gesprochen. Denn wie Bananen die in Deutschland auf den Markt kommen, ist auch ein Programm noch nicht ‚reif‘ wenn es losgelassen wird. Es reift beim Kunden.

Ein Programmierer schreibt sein Programm immer aus seiner Sicht. Und die kann sich in der Handhabung zum Teil erheblich vom ‚Nutzerverständnis‘ unterscheiden.

Wenn also Fehler im Programm sind, kann Microsoft zum Großteil nur durch die ‚Feedbacks‘ der Nutzer davon erfahren. Diese Rückmeldungen sind nichts Neues. Die gab es auch schon zu Zeiten von XP. Sie gibt es in allen Betriebssystemen und Programmen die Microsoft auf den Markt bringt.

Da hierbei gegebenenfalls sogenannte ‚Speicherdumps‘ (das sind Inhalte des Arbeitsspeichers, die zu Fehleranalyse benötigt werden) übermittelt werden, sollte der Nutzer selbst entscheiden, ob er den Fehlerbericht übermittelt, oder auch nicht.

Ich persönlich entscheide mich immer dann den Bericht nicht zu senden, wenn ich zum Zeitpunkt des Fehlers ein Programm mit sehr persönlichen Daten (Bankprogramme oder ähnliches) geöffnet hatte.

Es gibt Serversysteme, bei denen sehr umfangreiche Berichte gesendet werden. In diesen Fällen empfiehlt Microsoft selbst, das man diese Berichte dann zurückhalten soll, wenn die ‚Gefahr‘ besteht das Firmengeheimnisse mit übermittelt werden können. Denn Microsoft selbst ist nur an den Fehlerberichten interessiert. Und nicht an persönlichen Daten der Anwender.

Auch ich habe schon davon profitiert. Denn nach gemeldeten Fehlern wurden mir Lösungsmöglichkeiten angeboten.

Anders sieht es mit personalisierter Werbung aus. Dies ist für Microsoft (genauso wie für andere Systemhersteller) die Möglichkeit an ihrem Programm etwas verdienen zu können.

Bedenken sie das sie für ihr Windows in der Regel kein Geld bezahlen müssen. Entweder sie bekommen es zusammen mit ihrem Computer, oder aber, wie gerade jetzt, kostenlos von Microsoft zur Verfügung gestellt.

Und dass was Microsoft einerseits in die Entwicklung steckt, und andererseits als Preis für dieses Programm erhält, steht in einem krassen Missverhältnis zueinander.

Dies beziehe ich nur auf die privaten Nutzer. Im geschäftlichen Bereich sieht die Sache etwas anders aus.
Aber auch hier ist Microsoft offen gegenüber seinen Kunden.

In Windows 10 haben sie einen großen Bereich in den Einstellungen, der sich ausführlich mit dem Datenschutz befasst.

Hier könne sie selbst entscheiden welche Daten sie weitergeben wollen, und welche nicht.
Es ist also nicht so, dass Microsoft sie mit Windows 10 ausspionieren will. Deshalb besteht auch kein Grund, auf die ‚Unkenrufe‘ der vielen, die auf einmal Microsoft als den ‚Bösen‘ unter den Softwareherstellern enttarnt haben wollen, zu hören.

Windows 10 ist das Beste und sicherste System das es meiner Meinung nach gibt. Sicher, auch andere Eltern haben schöne Töchter. Doch muss man sich fragen, ob diese mir auch die Vielfalt an Programmen bieten, die ich für mein Vorhaben benötige.

Und da die meisten Programme nun mal auf Windows laufen, sollte es für mich auch das Beste und Sicherste Windows sein, das zurzeit auf dem Markt ist.

Bedenken sie bei Ihrer Entscheidung auch was sie jetzt schon an wesentlich ‚schlimmere Datenkraken‘ weitergeben. Dass was Microsoft ‚einsammelt‘ ist wesentlich weniger, als dass was sie freiwillig an Google und Facebook weitergeben,